Dienstag, 7. Oktober 2008

Der Grand Canyon

Das Wochenende bot uns das erste Mal die Möglichkeit, eine doch etwas weiter entferntere und umso beeindruckendere Sehenswürdigkeit des mittleren Südwestens der USA zu bewundern: Den Grand Canyon. Ca. 3 1/2 bis 4 Autostunden entfernt (in Deutschland wären es 2, da darf allerdings auch mehr als max. 75 mp/h = 120 km/h gefahren werden) bricht sich die Erde auf einer Länge von ca. 450km auf, teilweise mit einer Breite von bis zu 30km. Morgens um 7 Uhr ging es nach einigermaßen anstrengender Nacht auf den Weg. Vier Deutsche, soll heißen Patrick, ich, Stefan und Caro machten sich auf den Weg einen beeindruckenden Tag zu erleben.


Angekommen suchten wir das Visitors-Center heim um einige Touristeninformationen über Wanderrouten etc. zu erhalten. Ausgebildete Park Rangers helfen dabei gerne und warnen eindringlich davor pro Person weniger als 100 Liter Wasser mitzunehmen, da man bei weniger eigentlich direkt dem Tode geweiht ist. Dieses hat wohl allerdings eher was mit den horrenden Schadensersatzforderungen des amerikanischen Rechtssystems zu tun, als mit tatsächlicher Gefahr. 25 Dollar pro Auto kostet die Einfahrt in den Grand Canyon Nationalpark und dann kann man sich austoben wie man will - im wahrsten Sinne des Wortes.

Um 12 Uhr hatten wir alle Informationen die wir brauchten, uns eine Wanderroute ausfindig gemacht und die Wanderschuhe angezogen. Es ging los. Natürlich erstmal NICHT zum Grand Canyon, sondern vorbei an diversen Souvenir-Shops zur Bushaltestelle. Erst dieser Bus brachte uns dann zum "Eingang".

Egal was ich an diesem Tag gesehen habe, Worte findet man dafür wirklich nur sehr schwer, das einzige was mir einfällt ist: Atemberaubend.

Unglaubliche Aussichten, unglaubliche Entfernungen, unglaubliche Tiefen. 30cm vor meinen Füßen ging es ca. 700m Steil in die Tiefe. Die niedrigste Stelle des Canyons - der Colorado River - ist ca. 1700m niedriger, als die höchste Stelle, wo ich das obige Foto geschossen habe.

Wir hatten wie zu sehen ist viel Glück mit dem Wetter. Meiner Haut hat dies nicht allzu gut gefallen, da wir natürlich auf Sonnenschutz verzichtet bzw. besagten vergessen hatten. Auf 2000m Höhe kann die Sonne dann doch auch mal etwas intensiver sein.

Los ging es dann auf einer für amerikanische "Wanderer" berechneten Route die ca. den halben Weg zum Colorado River ausmachte und für die wir ca. 6 Stunden für Hin- und Rückweg benötigen sollten. Man sollte die Tücken das Canyons allerdings tatsächlich nicht unterschätzen, denn hier geht es andersrum: Erst der leichte Abstieg, dann der harte Aufstieg, der sich als wirklich gutes Workout herausgestellt hatte.


Meist gab es solche Wege zu überwinden, wobei dieser hier sich noch als relativ breit rausstellen sollte. Die Amerikaner bevorzugen den Aufstieg dann doch eher bequem auf einem Muli, oder was auch immer das für ne Esel-Kreuzung war.

Es boten sich jede Menge Möglichkeiten, sich vor beeindruckender Kulisse fotographieren zu lassen und möglichst nah an den Rand zu treten, damit die Fotos noch gefährlicher Aussehen:


Auch hier sollte man es eher vermeiden, dass Gleichgewicht zu verlieren.


Auf unserer Route "unten" angekommen (wie gesagt, halber Weg zum River) haben wir eine Mittagspause auf einem wunderschönen Plateau gemacht, wo folgendes Video entstanden ist. Dies gibt noch einmal einen anderen Blick, auf die Ausmaße dieses wunderschönen Stück Erdes.




Der Tag ging für uns gegen halb sechs abends zu Ende, müde, hungrig, aber glücklich. Einen wunderschönen Sonnenuntergang mit wahnsinnig intensiven Farben konnten wir zu guter Letzt auch noch bewundern, bevor es wieder zurück zum Campus ging.


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